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Lerntechnik

Lernen wie an der ETH: Techniken, die unsere Tutoren selbst nutzen

Lesezeit ca. 3 Min

Kurz gesagt: Wer an der ETH oder der Universität besteht, lernt selten einfach mehr, sondern klüger. Die wirksamsten Techniken sind gut erforscht: sich aktiv erinnern statt nur wiederholt zu lesen, das Lernen über die Zeit verteilen, Stoff in eigenen Worten erklären und in echten Fokusblöcken ohne Ablenkung arbeiten. Diese Methoden funktionieren in der Schule genauso wie im Studium.

Viele unserer Tutorinnen und Tutoren studieren oder unterrichten an führenden Zürcher Institutionen. Was sie eint, ist nicht übermenschliche Begabung, sondern eine bessere Art zu lernen. Die gute Nachricht für Schülerinnen und Schüler: Diese Techniken lassen sich früh lernen und wirken sofort.

Aktives Erinnern statt Wiederholtes Lesen

Die häufigste Lernmethode ist zugleich eine der schwächsten: den Text immer wieder durchlesen. Es fühlt sich vertraut an, führt aber kaum zu dauerhaftem Wissen. Deutlich wirksamer ist das aktive Erinnern. Statt den Stoff noch einmal anzusehen, versucht man, ihn aus dem Gedächtnis abzurufen: Buch zu, und aufschreiben oder laut erklären, was man weiss. Dieses Abrufen ist anstrengend, und genau das ist der Punkt. Es festigt das Wissen weit stärker als jedes erneute Lesen.

Verteiltes Lernen statt Nachtschichten

Alles auf den letzten Abend zu schieben ist der Klassiker, und er funktioniert nicht. Das Gehirn behält Stoff besser, wenn das Lernen über mehrere Tage verteilt wird. Dreimal zwanzig Minuten an drei Tagen schlagen eine einzige Stunde am Stück. Der Grund liegt darin, dass jedes erneute Abrufen nach einer Pause die Erinnerung stärkt. Aktives Erinnern und verteiltes Lernen gelten in der Forschung als die beiden wirksamsten Lernstrategien überhaupt.

Die Feynman-Methode: erklären, um zu verstehen

Der Physiker Richard Feynman war für eine einfache Idee bekannt: Man versteht etwas erst wirklich, wenn man es einem Kind erklären kann. Die Methode ist ebenso schlicht wie wirksam. Man nimmt ein Thema und erklärt es in einfachen Worten, so als sässe jemand ohne Vorwissen gegenüber. Überall dort, wo man ins Stocken gerät oder auf Fachbegriffe ausweicht, sitzt eine Verständnislücke. Genau dort muss man nacharbeiten.

Echte Fokusblöcke statt Dauerablenkung

Lernen mit dem Handy in Reichweite ist kaum Lernen. Jede Unterbrechung reisst aus der Konzentration, und es dauert Minuten, wieder hineinzufinden. Wirksamer sind kurze, klar begrenzte Fokusblöcke: etwa 25 Minuten volle Konzentration ohne jede Ablenkung, danach eine kurze Pause. In dieser Zeit ist das Handy ausser Reichweite. Wer so arbeitet, schafft in kürzerer Zeit mehr und ist danach freier für anderes.

Verstehen kommt vor Wiederholen

Eine Technik ersetzt nie das Verständnis. Wer etwas nicht verstanden hat, kann es hundertmal abrufen und wird es doch bei der ersten ungewohnten Frage nicht anwenden können. Die Reihenfolge ist deshalb immer: zuerst verstehen, dann mit den obigen Techniken festigen. Ein guter Tutor hilft vor allem beim ersten Schritt.

Schlaf und Pausen als Teil des Lernens

Zuletzt ein Punkt, der oft vergessen geht: Schlaf ist kein Gegenteil von Lernen, sondern ein Teil davon. Im Schlaf verarbeitet und festigt das Gehirn das Gelernte. Wer die Nacht durchmacht, opfert genau den Prozess, der das Wissen dauerhaft macht. Regelmässige Pausen und genug Schlaf gehören deshalb zu jeder guten Lernstrategie.

Häufige Fragen

Was ist die wirksamste Lernmethode? Aktives Erinnern, also das Abrufen von Wissen aus dem Gedächtnis, kombiniert mit über mehrere Tage verteiltem Lernen. Beide gehören zu den bestbelegten Methoden.

Warum bringt wiederholtes Lesen so wenig? Es fühlt sich vertraut an, fordert das Gehirn aber kaum. Erst das anstrengende Abrufen festigt Wissen dauerhaft.

Was ist die Feynman-Methode? Man erklärt ein Thema in einfachen Worten, als spräche man zu jemandem ohne Vorwissen. Wo man ins Stocken gerät, sitzt eine Verständnislücke.

Wie lange am Stück sollte man lernen? Kurze Fokusblöcke von etwa 25 Minuten ohne Ablenkung, gefolgt von einer Pause, sind wirksamer als stundenlanges Durchlernen.

Grundlage sind gut belegte Erkenntnisse der Lernforschung.

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